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Ziele des Trainigs

Mit dem Training soll ein Beitrag für den Schutz der Teilnehmer*innen vor Gewalt und sexualisierter Gewalt geleistet werden.

Wir (klein wie groß) müssen viele – mehr oder weniger – kritische oder auch gefährliche Situationen in unserem Leben bestehen. Wie wir damit umgehen und welchen Erfolg wir mit unserem Handeln haben, prägt uns für weitere solche Situationen.

  • Kinder sind täglich in Kontakt mit anderen Kindern. Unter Umständen sind sie dann für sie schwierigen, kritischen und vielleicht auch gefährlichen Situationen ausgesetzt. Diese müssen bewältigt werden.
  • Wenn Kinder eigenständig z.B. auf dem Schulweg oder in ihrem häuslichen Umfeld unterwegs sind, brauchen sie Sicherheit für ihr Handeln, wenn sie z.B. von Erwachsenen angesprochen werden. Die Angst vor Entführung ihres Kindes ist bei Eltern groß. Es kommt immer wieder dazu, dass Kinder von Fremden Erwachsenen angesprochen werden. Es müssen feste Regeln etabliert werden und Kinder sollten wissen und üben, was sie tun müssen, wenn ein(e) Fremde(r) aber auch wenn ein(e) Bekannte(r) sie mitnehmen möchte.
  • Kinder erleben häufig unerwünschte Berührungen. Bei sexueller Gewalt / Missbrauch liegen leider hohe Fallzahlen vor und die Dunkelziffer wird hoch vermutet.              
    Die größte Gefahr geht dabei von Tätern im Bekannten und Familienumfeld aus.
  • Die neuen Medien mit Smartphone, Internet & Co spielen ebenfalls eine Rolle. Kinder untereinander und erwachsene Täter setzen die Medien für ihre Zwecke negativ und schädigend ein.

Für Handlungsalternativen und damit zum Gewinnen von Sicherheit in solchen Situationen kann das Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining wichtige Impulse setzen.

Im altersgerechten und spielerischen Training werden Kompetenzen und Fähigkeiten zur Selbstbehauptung in den genannten Bereichen erarbeitet und eingeübt. Dazu stellen wir z.B. in Rollenspielen Situationen nach und probieren verschiedene Handlungsalternativen aus. Für den Notfall werden Techniken zur Selbstverteidigung, wie z.B. zur Befreiung trainiert.

So erhalten die Teilnehmer*innen Sicherheit für das eigene Verhalten in kritischen oder eventuell gefährlichen Situationen, werden gestärkt und erlangen so ein größeres Selbstbewusstsein. Ihr Auftreten wird sicherer. Sie werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit als Opfer ausgewählt. Untersuchungen zeigen: Teilnehmer*innen an Selbstbehauptungs- und/ oder Selbstverteidigungskursen werden weniger oft Opfer einer Gewalttat und haben bessere Möglichkeiten, kritische Situationen zu bewältigen.

MEINE GRENZEN WAHRNEHMEN, KOMMUNIZIEREN UND VERTEIDIGEN

Die Teilnehmerinnen lernen und erfahren, wie wichtig und gut es ist die eigenen Gefühle wahrzunehmen. Wenn ich meine eigenen Grenzen und das unangenehme Gefühl, wenn diese überschritten werden wahrnehmen kann und wenn ich es dann schaffe, dies meinem Gegenüber klar und frühzeitig zu kommunizieren und im kritischsten Fall meine Grenzen konsequent verteidige, habe ich einen effektiven Schutz vor Grenzüberschreitungen anderer.

KONTROLLE BEHALTEN ODER WIEDERERLANGEN

In für mich kritischen Situationen ist das Gefühl am schlimmsten, die Kontrolle zu verlieren. Das macht mich unsicher, ich kann vielleicht erstarren und keine Handlungsalternativen mehr sehen. Meine Körpersprache drückt dies unter Umständen ebenfalls aus. Ein potenzieller Täter nimmt diese Unsicherheit und Angst bereits im Vorfeld wahr. Das Ziel ist die Kontrolle in kritischen Situationen zu behalten oder wiederzuerlangen. Dann fühle ich mich sicherer und kann handeln. Meine Körpersprache kann dies auch ausdrücken. Körperhaltung, Blick und dann auch Stimme sind sicher und drücken Stärke aus. Ein Angreifer/ eine Angreiferin nimmt dies auch wahr.